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Die Ibie - Geheimtipp fürs Wildwasserfahren in der Ardèche

Seit den letzten Osterferien haben meine Freundin und ich das Wildwasserfahren für uns entdeckt. Wir sind spontan nach Südfrankreich ins Ardèchetal gefahren, weil uns Bekannte von der landschaftlich reizvollen Schlucht mit dem berühmten Durchbruch erzählt hatten. Vorher hatten wir bei einer Kajakschule in unserer Gegend einen Anfängerkurs belegt und uns mit den Grundtechniken des Paddelns vertraut gemacht. Es klappte auch bald ganz gut und wir wollten es wagen. Eigene Kajaks haben wir uns noch nicht zugelegt, wir wollten erst einmal ausprobieren, ob uns das Wildwasserfahren auf Dauer überhaupt liegt. Das ist aber kein Problem, denn im Bereich des gesamten Ardèchetals kann man überall in kleinen Läden Kajaks mieten. Die Ardèche und ihre kleineren Nebenflüsse ist ein Eldorado für den Wildwassersport.

Im Sommer, wenn der Fluss extremes Niedrigwasser führt und die Strecke sehr leicht zu bewältigen ist, ist es hier total überlaufen, vor allem mit französischen Familien. Wer es etwas ruhiger angehehen lassen will, sollte die Osterzeit nutzen. Auch im September ist es noch angenehm. Station gemacht haben wir bei Ruom, wo es viele große und gut ausgestattete Campingplätze gibt, die auch Kajaks vermieten. Es klappte dann auch ganz gut.

Trotz der Stromschnellen ist die Ardèche kein sehr "gefährlicher" Fluss und auch für Anfänger und unerfahrene Kanuten gut zu meistern. Wir hatten unseren Spaß - ja, bis dann der große Regen kam. Wie nach einem Monsun wälzten sich schlammig-graue Wassermassen den gar nicht mehr "lieblichen" Fluss entlang. Wer jetzt da noch Kanu fährt, riskiert sein Leben. Aber es gibt Alternativen, wie uns ein sehr netter Patron in einem der gemütlichen Bistros von Vallon-Pont d´Arc verriet, dem Haupt-Touristenort hier: der Nebenfluss Ibie, der nordöstlich im Hügelland entspringt. Der ist nur befahrbar, wenn die "große Schwester" Ardèche Hochwasser führt: Bis zu 36 km lang lässt es sich herrlich entspannt und ohne viel Rummel durch ein breites Flussbett mit sauberem, glasklarem Wasser paddeln. Die Landschaft ist nicht so spektakulär, die wenigen Schluchtenwände, an denen man entlang paddelt, nicht ganz so steil wie entlang der Ardèche, aber durchaus reizvoll und sehr schön. Und vor allem nicht so überfüllt. Eine echte Alternative.

Tipps: Der interessanteste Streckenabschnitt der Ibie ist zwischen dem Dorf Salelles und dem Beginn der Ardècheschlucht an der großen Straßenbrücke von Valon-Pont-d´Arc, parallel zur Straße D 558. Man kann auch höher bei St. Maurice starten.


Unterkunftsmöglichkeiten auf einem der zahlreichen Campingplätze zwischen Ruom und Valon-Pont d´Arc, die bei Ruom sind weniger überfüllt. Ruom erreicht man über die N 102 in Richtung Aubenas. Kajakschulen bieten Gruppenfahrten auch für Anfänger an.